Liebes Konzertpublikum,
„Tradition ist nicht Anbetung der Asche, sondern Weitergabe des Feuers!“
Diesem künstlerischen Wahlspruch Gustav Mahlers fühle ich mich besonders verpflichtet – erst recht in dieser Saison. Denn sie steht ganz im Zeichen der beiden großen Jubiläen Gustav Mahlers. Mit dem Feuer seiner Visionen entflammte er in den 1890er-Jahren auch das Hamburger Musikleben.
Mahler stand der Vorgänger-Organisation der Philharmoniker Hamburg sechs Jahre lang als Erster Kapellmeister vor. Dieses Erbe zu pflegen, ist uns ein besonderes Anliegen. Und so bringen wir seine Sinfonien und als äußerste Rarität sein chorisch-sinfonisches Jugendwerk „Das klagende Lied“ in einen lebendigen Dialog mit Komponisten der Moderne: Werke von Henze, Gubaidulina, Berg und Takemitsu antworten auf Mahlers poetisch-musikalische Ideenwelt. Wir werfen aber auch einen Rückblick zu seinem Wegbereiter Schubert.

Eine andere Facette Mahlers lernen Sie ebenfalls kennen: den eigenwilligen Bearbeiter des klassisch-romantischen Repertoires. Wir präsentieren Ihnen Werke von Weber, Schubert und Schumann durch Mahlers funkelnde Brille.

Unter unseren Gastdirigenten möchte ich zwei Namen hervorheben: In der Fortsetzung unserer Reihe „Dirigierende Komponisten“ begrüßen wir Peter Ruzicka, der diesem Orchester ja seit langem besonders verbunden ist, wieder am Pult. Und Christopher Hogwood wird als Experte für historische Aufführungspraxis die enorme stilistische Flexibilität unseres Orchesters beleuchten.

Persönlich freue ich mich besonders, dass Daniel Barenboim meiner Einladung gefolgt ist. Über seinen Ausnahmerang in der internationalen Musikwelt Worte zu verlieren, ist überflüssig. Als Mensch und Musiker ist Daniel Barenboim für meinen Werdegang seit vielen Jahren eine prägende Gestalt, und für mich bedeutet dieses Konzert, das zugleich mit meinem 50. Geburtstag zusammenfällt, ein besonderes Ereignis. Er wird bei uns als Pianist mit einem reinen Liszt-Programm konzertieren – auch das eine Reverenz an die Tradition der Philharmoniker Hamburg, denn Liszt hat sich hier einst für die soziale Absicherung der Musiker eingesetzt.

Farbenreich zusammengestellte Kammerkonzerte ergänzen ebenso wie spannende Angebote für junge Konzertbesucher das Programm.

Feiern Sie mit uns diese ganz besondere philharmonische Saison!

Ihre
Simone Young