„Flagge zeigen“ wollen die Philharmoniker Hamburg in der neuen Konzertsaison. Wir starten mit einem Tribut an die beiden größten Komponisten aus der Hansestadt: Johannes Brahms und Felix Mendelssohn Bartholdy. Vom Heimathafen laufen wir aus in internationale Gewässer und weiten den Blick. Als thematischen Schwerpunkt habe ich die Musik des Fin de siècle ausgewählt – eine Epoche, die mich besonders fasziniert. Denn der Umbruch um 1900 gehört zu den aufregendsten Kapiteln der Musikgeschichte: Nie zuvor hatte die junge Generation ihr Avantgardebewusstsein so kraftvoll vorwärtsgetrieben, nie zuvor aber auch wurden die überkommenen Formen so opulent verteidigt. An der Nahtstelle zur Neuzeit explodierte eine Fülle unterschiedlichster Stile, die von Land zu Land ihren ganz eigenen Kurs verfolgten. Wir stellen Ihnen daher Hauptwerke der Jahrhundertwende aus verschiedenen europäischen Perspektiven vor. Aus der „splendid isolation“ der englischen Nationalschule kommen Werke von Edward Elgar und Ralph Vaughan Williams. Französische Raffi nesse ist mit Debussy, russischer Farbenzauber mit Strawinsky vertreten. Zwei frühe Werke von Arnold Schönberg weisen auf die Wurzeln des Wegweisers der Moderne, während Richard Strauss sich gerade zeitgleich vom „Bürgerschreck“ zum Repräsentationskünstler wandelte. Mit der kaum je zu hörenden Sinfonie „Lied der Nacht“ des Polen Karol Szymanowski bringen wir rauschhaftes Flair in den Norden. All das kontrastieren wir mit zeitgenössischer Musik der allerjüngsten Vergangenheit. Ich freue mich auf die Begegnung mit wunderbaren Künstlern: Midori zählt ebenso dazu wie Thomas Quasthoff, Rafael Frühbeck de Burgos oder Rudolf Buchbinder. Ein Wiedersehen gibt es mit Deborah Polaski und Martin Grubinger. In der Reihe „Komponierende Dirigenten“ haben wir mit Christian Jost einen jungen Komponisten gewonnen, der sich ein breites Publikum erobern konnte. Brechen Sie mit uns auf zu einer Entdeckungsreise. Und auch die jüngsten Musikfreunde nehmen wir in speziellen Angeboten natürlich mit an Bord. Und nun: „Leinen los“ für eine farbenreiche Spielzeit!
Ihre Simone Young

