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„Trägt nicht alles, was uns begeistert, die Farbe der Nacht?“ fragte Novalis. Künstler aller Epochen gaben sich im Schutz der Dunkelheit dem Wunderreich des Traumes hin. Bei Mozart ist die „Nachtmusik“ noch höfisches Amüsement. Doch in der Spätromantik weckte die Finsternis Begehren und Rausch. Schönbergs noch von Wagners „Tristan“ durchtränktes Frühwerk „Verklärte Nacht“ erzählt davon ebenso wie Debussys „Nocturnes“: der eine in brennender Leidenschaft, der andere im geheimnisvollen Sirenengesang. Und der Pole Karol Szymanowski flüchtete sich im 1. Weltkrieg in den erotischen Mystizismus alter persischer Lyrik. Wie Mahlers „Lied von der Erde“ wird dieser Zwiegesang zwischen der Seele und einem göttlichen Gegenüber in eine betörende Vokalsinfonie überführt.
Einführung mit Raliza Nikolov 45 min. vor Konzertbeginn im Kleinen Saal |