Pressestimmen
08.September.2008 - Die Welt
"Aber was man musiziert, ist doch immer der ganze Mensch"
Armin Mueller-Stahl und die Philharmoniker erwecken Gustav Mahler in einem Experiment von Kerstin Schüssler-Bach zu neuem Leben
Das mit dem Titel eines Rückert-Gedichtes bezeichnete Mahler-Projekt "Ich bin der Welt abhanden gekommen", mit dem die Philharmoniker gestern in die neue Saison sarteten und das heute Abend in der Musikhalle wiederholt wird, gleicht einem riskanten Experiment. Kerstin Schüssler-Bach, leitenden Dramaturgin der Staatsoper, verwob dafür konzeptionell Sätze aus vier Symphonien, "Fünf Lieder nach Gedichten von Friedrich Rückert in der Bearbeitung für Violine und Orchester von Andreas N. Tarkmann" mit Texten aus Briefen von Mahler, Erinnerungen des Dirigenten Bruno Walter, der Seelenfreundin Natalie Bauer-Lechner und Mahlers Gattin Alma.  (...) Was wir davon gestern erfuhren, war indes erhellend, berührend und vertiefend. Und das für Mahler-Liebhaber und Neulinge zugleich. Dies lag an der klugen Textauswahl, die nicht allein Mahlers Weltschmerz huldigte, sondern gar manche Anekdote aus seinen Hamburger Opernjahren einstreute. Es lag an Mueller-Stahls subtilem Vermögen, mit seiner belegten Stimm Mahlers Pathos zu sublimieren, ihm feien Humor und kleine persönliche Kommentare beizumischen.